Eva Ruppert: Etikette – Duzen und Siezen

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Das DU im Geschäftsleben

Während in der Studentenbewegung Mitte der sechziger Jahre das DU noch ein Gefühl der Offenheit und Progressivität erzeugte, wird es heute oftmals als aufdringlich empfunden, wenn einem selbst an öffentlichen Plätzen wie Kaufhäusern oder in Lokalen so viel Vertrautheit entgegengebracht wird.

 

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Eine Auszeichnung

Das DU ist eine Auszeichnung, die Sie nicht an X-beliebige vergeben sollten. Heute wirkt es sowieso eher naiv offen. Etwas mehr Distanz, gerade zu Unbekannten kann im entscheidenden Augenblick von Vorteil sein, denn mit dem SIE wird manchmal auch die Höflichkeit abgelegt. Das Duzen erfordert gerade im Geschäftsleben Fingerspitzengefühl. Sie sollten sich gut überlegen, wem Sie es anbieten.

Wer bietet wem das DU an?

1. Der Vorgesetzte bietet dem Mitarbeiter das DU an.

2. Der Dienstältere bietet dem Dienstjüngeren das DU an.

Als Mitarbeiter sollten Sie dem Vorgesetzten das DU nicht anbieten. Sie dürfen im Gegenzug aber auch erwarten, selbst nicht einfach geduzt zu werden. Es wird von Jüngeren oft als unangenehm empfunden, wenn sie gedutzt werden, bloß weil sie jünger sind, z.B. der Praktikant vom Abteilungsleiter.

Nach der Betriebsfeier

Selbst wenn Ihnen das DU auf der heiter-ausgelassenen Betriebsfeier vom Vorgesetzten angeboten wird, führt dies nicht zwangsläufig dazu, dass dieselbe vertraute Anrede am nächsten Tag noch Gültigkeit hat. Warten Sie am nächsten Morgen ab, wie Sie Ihr Vorgesetzter anspricht. Das oft unüberlegt eingesetzte DU bei inoffiziellen Veranstaltungen sollte nicht als Aufforderung zum generellen DU für den Geschäftsalltag missverstanden werden.

Höflichkeit bleibt wichtig

Arbeiten Sie in einem Team, in dem sich alle duzen, dann gilt es, sich anzupassen und trotzdem oder gerade deswegen vermehrt auf höfliche Umgangsformen zu achten. Diskretion und Einhaltung der firmeninternen Regeln dürfen mit dem DU nicht an Wert verlieren.

Andererseits sollte aber auch die distanzierte Anrede SIE zur Situation passen. SIE ist stets angebracht unter Geschäftsleuten, unter Personen, die einander erst kennenlernen oder gegenüber Personen, die uns näherkommen wollen, als uns lieb ist.

Beitrag zur Benimm-Reihe Duzen/Siezen bei working@office. Mehr zum Thema Umgangsformen und Selbstpräsentation finden Sie in "Presenting Yourself – Der souveräne Auftritt.
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