Jeder ist Verkäufer seiner selbst

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Eva Ruppert coacht Führungskräfte großer Unternehmen

Eva Ruppert"Starre Etikette-Regeln funktionieren heute nicht mehr", betont Eva Ruppert. Die gebürtige Coburgerin berät Mitarbeiter großer Konzerne in Stilfragen. Sich selbst ins rechte Licht zu rücken, sagt sie, sei im modernen Leben wichtiger denn je.

COBURG – Präsentations- und Imagetraining für Führungskräfte großer Unternehmen in Deutschland und darüber hinaus – das ist Eva Rupperts Aufgabenschwerpunkt. "Die optimale Selbstpräsentation spielt im Geschäftsleben eine immer größere Rolle", erklärt sie. "Jeder ist irgendwie Verkäufer seiner selbst und seiner Ware. "Entscheidend sei, die eigene Person, das Unternehmen und dessen Produkte stimmig, glaubwürdig und authentisch darzustellen. Neuhochdeutsch heißt das "Impression-Management" und so lautet auch der Arbeitstitel ihres zweiten Buchs, an dem Eva Ruppert gerade schreibt. Ihr erstes trägt den Titel: "Das optimale Business-Outfit".

Eva Ruppert hat ursprünglich Einzelhandelskauffrau gelernt, später hat sie zudem eine Ausbildung als Zahnarzthelferin absolviert. Nachdem sie in München engen Kontakt zur Mode- und Kosmetikbranche bekam, erwarb sie ein Diplom als Farb- und Stilberaterin und ein weiteres als Visagistin, absolvierte einen Lehrgang zur Trainerin und kam über eine Zusammenarbeit mit einer Psychologin des Max-Planck-Instituts in der Landeshauptstadt schließlich endgültig "auf die Beraterschiene". 1994 machte Ruppert sich selbstständig und eröffnete in Coburg ein Studio für Stil- und Make-up-Beratung für Privatleute.

Bald wurden auch Firmen auf sie aufmerksam, die Kurse insbesondere für ihre leitenden Mitarbeiter buchten. "Heute bin ich im Grunde nur noch unterwegs", erzählt sie. Ihre Workshops und Seminare hält sie inzwischen auf Deutsch und Englisch in ganz Deutschland und im benachbarten Ausland. Zu ihren Kunden gehören Banken und Sparkassen sowie renommierte Unternehmen der Automobil- und Pharmabranche.

Moden und Verhaltensnormen, so Ruppert, seien immer abhängig vom Zeitgeist. Als Beispiel nennt sie die Emanzipationsbewegung in den 80er-Jahren. Entsprechend sei die Damenmode damals stark am Outfit des Mannes orientiert gewesen: dunkle Anzüge, breite Schultern, breite Krawatten.

Gutes Benehmen wieder hoch im Kurs

Heute sind nach Rupperts Auffassung gutes Benehmen und sicheres Auftreten wieder sehr gefragt. Und sie gibt zu bedenken, dass vor allem der erste Eindruck wichtig ist für die Beurteilung eines Menschen. Je positiver dieser Primäreffekt sei, desto stabiler die Basis, auf der man weiterarbeiten könne.

Gute Umgangsformen meinten aber heute nicht strenge Etikette wie einst in wilhelminischer Zeit, betont Ruppert. Auch müsse man unterscheiden zwischen gesellschaftlichem und geschäftlichem Leben. "Die Herren dürfen höflich sein, aber die Dame darf nicht erwarten, hofiert zu werden", so Ruppert. Im Berufsleben zähle der Rang, nicht das Geschlecht. Im Zeitalter der Gleichberechtigung müsse die Frau zugunsten ihrer Funktion auf Bevorzugung verzichten. Wichtig im Umgang miteinander seien allerdings Korrektheit und Respekt.

(Artikel vom 19.03.2007, Neue Presse Coburg, Autor: Friedrich Rauer)
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