Die Sonne knallt vom Himmel, die Schatten sind kurz. Jetzt lauern im Geschäftsleben viele Fettnäpfchen: Denn Spaghettiträger und Kurzarmhemden zeigen außer nackter Haut vor allem eins: schlechten Stil.
Natürlich hängt der Kleidungsstil von der Branche ab und von der Frage, ob der Mitarbeiter Kunden trifft. Doch die Zeit der Lässigkeit, zelebriert von der New Economy, ist bekanntlich vorbei. Vor allem in wirtschaftlich schwierigen Zeiten dominiert das konservative Erscheinungsbild. Auch bei sengender Hitze gilt die psychologische Regel: Die erstens sieben Sekunden entscheiden über den Eindruck, den ein Mensch macht. Dabei zählt vor allem die visuelle Wirkung - noch stärker als die akustische.
Viele Männer und Frauen machen vor allem eins falsch, wenn die Temperaturen steigen: Sie tragen immer weniger Stoff. „Das finde ich fatal“, sagt die Imagetrainerin Eva Ruppert. „Je mehr nackte Haut man zeigt, desto privater wird das Erscheinungsbild.“ Die Fachkompetenz rückt in den Hintergrund, das Image kippt. Das könne man durch viel Leistung wieder ausgleichen, sagt Ruppert. Doch warum das Ganze? Knappe Kleidungsstücke bringen nicht unbedingt mehr Abkühlung als leichte Sommerstoffe, sie engen eher ein.
Männer sollten auf kurzärmelige Hemden verzichten, wenn sie nicht gerade eine Baustelle besuchen. In Kombination mit einer Krawatte ist ein Kurzarmhemd eine Katastrophe, da sind sich die Experten einig. „Das sieht fürchterlich aus“, sagt auch Eva Ruppert. „Wie ein Buchhalter.“ ...
... Minirock, Spaghettiträger, ein großzügiges Dekolleté - das sollte für Frauen tabu sein. Auf keinen Fall darf die Achselhöhle zu sehen sein. „Das ist ein sehr intimer Bereich“, meint Eva Ruppert. Ihrer Meinung machen gerade Frauen im Sommer einiges falsch, zeigen zuviel Haut und damit zuviel Privatheit. „Und dann wundern sie sich, dass sie es im Beruf schwerer haben.“ Denn mit einem zu freizügigen Erscheinungsbild senden sie im Geschäftsleben falsche Signale. „Damit wollen Männer nicht umgehen“, so Ruppert. Die Imagetrainerin betont, dass Businessfrauen nicht nur die gleichen Rechte, sondern auch die gleichen Pflichten hätten wie Männer - auch bei der Kleidung. Thema Minirock: „Wenn ein Ingenieur in kurzen Hosen kommt, nimmt ihn doch auch keiner ernst.“ ...
... Wer sich mit den Eigenheiten von Stoffen auskennt, schwitzt im Sommer weniger. Im Sommer tragen sich am besten leichte, atmungsaktive Materialen: Seide, Baumwolle und sogar Schurwolle. Ruppert empfiehlt für Anzüge „Cool Wool“, eine kühlende Wolle, diese sei „durchaus bezahlbar“. Bei Socken empfiehlt sie eine Mischung aus Wolle und Seide./
Helle Farben passen am besten zu den heißen Tagen, denn sie reflektieren das Sonnenlicht. Ruppert rät von dunklen Farben ab: „Sie absorbieren das Licht und damit die Wärme, in ihnen schwitzt man deshalb mehr.“
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