Die ersten 100 Tage im Job

Der "Fall Kaugummi" und andere Fettnäpfchen

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... Zwei typische und doch ganz verschiedene Beispiele für Fragen in der Orientierungsphase: "Ist das so in Ordnung, wie ich diese Aufgabe erledigt habe?" oder "Ist bei Ihnen eine Einstandsfeier üblich?" Das gemeinsame Mittagessen mit den Kollegen oder Aktivitäten wie Squash spielen sind Chancen, sich näher kennen zu lernen. "Da müssen Neue immer mitgehen", sagt Stephan Teuber. "Allerdings besteht einer der häufigsten Fehler darin, dass man sich zu schnell auf der Beziehungsebene näher kommt. Das Persönliche ist am Anfang zweitrangig, da geht es mehr darum, worin der Arbeitsauftrag besteht."

Auch die Coburger Kommunikationstrainerin Eva Ruppert warnt vor zu viel Vertrauensseligkeit: "Nicht jeder meint es immer gut mit Ihnen." Für Situationen, die "dem Fall Kaugummi ähneln", hat sie einen guten Tipp: "Viele Kollegen machen einen auf solche Fehler leider nicht aufmerksam, aus den verschiedensten Gründen. Ich empfehle, ein Feedback-Team zu bilden mit einem Kollegen und eventuell mit einem weiteren Azubi, der einem sympatisch ist und geben sich ehrliches und konstruktives Feedback. So können junge Menschen im Berufsleben einige Fettnäpfchen vermeiden."

Viele Regeln fürs Business sind zum Glück branchenunabhängig, und man kann sich diese im Voraus bewusst machen, weiß Eva Ruppert. In ihren Seminaren coacht sie nicht nur Menschen mit Berufserfahrung, sondern auch Auszubildende. "Nicht die steife Etikette, sondern gutes Benehmen und angemessenes Auftreten helfen in jedem Fall weiter", sagt Eva Ruppert. Ein gepflegtes Erscheinungsbild ist in den meisten Unternehmen bereits die Basis des Dresscodes. Dazu gehören gepflegte Haare und Hände und ein natürliches, auf den Typ abgestimmtes Make-up. Der Azubi sollte jeden, den er in der Firma trifft, freundlich begrüßen. "Malzeit" ist übrigens nicht gerade eine tolle Begrüßung, schon gar nicht außerhalb der Mittagszeit. Dass man sich für den Gefallen eines anderen bedankt und nicht einfach in ein Gespräch hineinplatzt, in das Kollegen gerade vertieft sind, gehört zu den Höflichkeits-Standards.

Neben gutem Benehmen gibt es weitere Werte, die zum korrekten Verhalten gehören. Etwa Diskretion: "Allzu leicht rutschen einem mal kritische Worte über einen Dritten heraus", sagt Eva Ruppert. Doch das Kritisieren Abwesender ist tabu. Ebenso wie Betriebsinterna auszuplaudern. Und manch ein Azubi sei schon in bester Absicht mit ausgestreckter Hand auf einen Kollegen oder Kunden zugegangen, der ihm daraufhin die kalte Schulter gezeigt habe. Ein Handschlag sollte immer vom Ranghöheren ausgehen. "Gehen Sie deshalb freundlich lächelnd auf den Partner zu, halten Sie Blickkontakt und überlassen Sie es dem ranghöheren Gegenüber, zu entscheiden, ob er ihnen die Hand reichen will," rät die Imagetrainerin...

(Süddeutsche Zeitung 19.09.2005, Stephanie Schmidt)
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