Business-Outfit: Stilsünden schaden dem Image

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Die falsche Kleidung schadet nicht nur der eigenen Karriere, sondern kann auch Geschäftsabschlüsse gefährden. Besonders beim ersten Kontakt mit einem neuen Business-Partner kommt es neben der Etikette auf das richtige Outfit an. Das gepflegte und angemessene Äußere ist dabei die Visitenkarte des Sales Managers.
Der erste Eindruck zählt. „Innerhalb von 250 Millisekunden entscheiden wir uns, ob wir mit unserem Gegenüber die Atemluft teilen wollen oder nicht“, sagt die Freiburger Persönlichkeitstrainerin Elisabeth Bonneau. Eva Ruppert, Trainerin aus Coburg, nennt als magische Grenze sieben Sekunden, die uns für eine komplette Einschätzung bleiben. Das äußere Erscheinungsbild spielt dabei eine entscheidende Rolle. So sollte Geschäftskleidung immer den Körper bekleiden und nicht den Blick auf bestimmte Stellen lenken. „Sonst“, so die Freiburger Trainerin, „kommt es zum so genannten Flaschenhalseffekt. Statt den Menschen und seine Kompetenz zu sehen, bleibt der Blick auf den vom Modeschöpfer gestylten Anzug oder das außergewöhnliche Kleid gerichtet.“ Das wichtigste sei, dass sich jeder in seiner Kleidung wohlfühlt. Denn der Andere merke schnell, wenn es sich um eine „Verkleidung“ handele. „Für Mitarbeiter im Vertrieb gilt als oberstes Gebot, dass die Kleidung authentisch ist. Denn nur so ist man als Geschäftspartner glaubwürdig.“
Kleider machen Leute
Eine ebenso große Rolle spielt, dass die Kleidung zum beruflichen Status passt. So wäre es zum Beispiel für einen Vertriebsmitarbeiter unangebracht sich besser zu kleiden als der Chef. „Ein handgeschneiderter Anzug aus bestem Zwirn und eine protzige goldene Rolex“, sind hier sicher falsch, meint Ruppert. Nicht der schickste Anzug sei entscheidend, sondern dass er den Erwartungen des Unternehmens und der Kunden entspricht. Grundsätzlich, so die Coburger Trainerin, gäbe es für Sales Manager keine berufstypische Kleidung, wie dies zum Beispiel bei Bankern oder Architekten der Fall sei. „Grell gemusterte Krawatten oder die neuesten Modefarben wie Pink, Türkis oder helle Gelbtöne sind auch im Frühling und Sommer tabu.“ Statt dessen rät Ruppert zu gedeckten klassischen Farben bei Anzug und Krawatte. „Mit einem weißen oder pastellfarbenen Hemd, das auch im Sommer langärmelig getragen werden muss, und einem dunklen Anzug ist man auf der sicheren Seite.“ Das gelte auch für schwarze Schuhe. Denn bei Terminen nach 18 Uhr ist „braun“ tabu, schmunzelt die Trainerin und fügt hinzu, dass mittlerweile ein kräftiges dunkelbraun auch am Abend akzeptiert wird. Völlig indiskutabel seien Sandalen. „Die dürfen weder im Büro und schon gar nicht bei offiziellen Anlässen getragen werden.“

Die wichtigsten Tipps
• Ein anthrazitfarbener, dunkelgrauer oder blauer Anzug ist im Vertrieb besser
  geeignet als auffällige Nadelstreifenanzüge.
• Kombinationen aus Jackets/Blazer und Hosen sind möglich, wenn sie nicht
  ins „Auge springen“.
• Das Oberhemd sollte als neutraler Hintergrund für die Krawatte dienen.
• Hemden- und Krawattenfarbe sollten im Zweifel statt Ton in Ton besser
  gegensätzlich gewählt werden.
• Der oberste Kragenknopf muss auch im Sommer geschlossen bleiben.
• Die Krawatte hört beim Gürtel auf und darf nicht in den Hosenbund
  gestopft werden.
• Der Gürtel hält Leib und Seele zusammen und sollte farblich passend zu
  den Schuhen gewählt werden.
• Kurze Socke sind tabu, besser sind längere Strümpfe, die immer etwas dunkler
  als die Kleidung sein sollten.

Oft drückt die Kleidung nicht nur die Persönlichkeit ihres Trägers aus, sondern ist Teil der Unternehmens-Identität. Sales Manager können deshalb von Angestellten erwarten, dass sie angemessen auftreten. So gab zum Beispiel ein Gericht dem Unternehmen recht, dass einen Vertriebsmitarbeiter in eine Abteilung ohne Publikumsverkehr versetzte, weil er sich weigerte eine Krawatte zu tragen. Allerdings sind den Möglichkeiten auf die Kleidung von Mitarbeitern einzuwirken enge Grenzen gesetzt. Eine geschmacklich nicht auf die Hemdfarbe abgestimmte Krawatte, rechtfertigt nach Juristenmeinung zum Beispiel keine Kündigung.
Selbst pflegen, statt pflegen lassen
Fettnäpfchen lauern überall. Denn oft sind es die kleinen Dinge, die zu Stillblüten beim Business-Outfit führen. „Zum Beispiel dann, wenn Jungmanager meinen, dass Namensschild des Herstellers auf dem Ärmel des Jackets müsse so sein, um zu zeigen von wem der Anzug ist“, sagt Ruppert. Aber nicht nur Männer sind betroffen. Für Elisabeth Bonneau kleiden sich Frauen im Geschäftsleben oft noch viel zu weiblich. Der ungewollte Effekt: „Nicht ihre Kompetenz und ihr Status werden wahrgenommen, sondern durch die weiblichen Reize absorbiert.“ Den wichtigsten Tipp hält die Freiburger Trainerin aber für Männer parat: Sie sollten sich selbst um die Pflege ihrer Kleider kümmern und dies nicht ihren Frauen überlassen. Dann, so ist sich Bonneau sicher, werden sie auch bei längeren Auto-, Zug-, oder Flugreisen darauf achten sich so zu setzen, dass der Anzug nicht zerknautscht und das Jacket ordentlich aufhängen.
Buchtipps
Das perfekte Business-Outfit von Eva Ruppert, Verlag Moderne Industrie/Redline Wirtschaft, 1. Auflage 2003, ISBN 3-478-74219-6, 17,90 Euro.
Stilvoll zum Erfolg: Der moderne Business-Knigge von Elisabeth Bonneau, Hofmann und Campe Hamburg, November 2004, ISBN 3-455-09471-6, 19,95 Euro.
Der Gentleman von Bernhard Roetzel, erschienen bei Könemann in der Tandem Verlags-GmbH, September 2004, ISBN 3-8331-1060-0, 14,95 Euro.
 
(Deutsche Post Sales Manager, erscheint März 2005)
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