Richtig benehmen – Lifestyle, Gesellschaft, Mode und Beruf

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Schmuck für Männer nur in Maßen

Coburg (dpa/gms) – Bescheidenheit ist eine Zier – diese Weisheit gilt für Männer im Geschäftsleben auch in punkto Schmuck und Accessoires. »Ein Mann hat nur zwei Arten sich zu schmücken, das eine ist eine schöne Uhr, das andere sind tadellose Zähne«, zitiert Image-Beraterin Eva Ruppert aus Coburg einen erfahrenen Geschäftspartner. Die Expertin erweitert dieses sehr beschränkte Sortiment um einen Fingerring, eine Krawattenklammer, einen schlichten, glattledernen Gürtel und – für Brillenträger – um eine vielleicht besonders modische Brille. Ruppert: »Mehr wirkt nicht nur im Geschäftsalltag bei Männern schnell überladen.« Ein besonderer Fall sind Ohrringe. Im konservativen Geschäftsumfeld sind sie nach wie vor tabu.

Korkreste im Wein: Um neues Glas bitten

Coburg (dpa/gms) – Zwar werden Naturkorken als Flaschenverschluss seltener, wenn dennoch Korkreste im servierten Wein schwimmen, sollte umgehend ein neues Glas verlangt werden. Eigeninitiative hilft hier nicht weiter: »Es wirkt nicht besonders stilvoll, mit der Gabel oder dem Finger nach den Resten zu fischen«, sagt Image-Beraterin Eva Ruppert aus Coburg. Sie rät deshalb zur freundlichen Reklamation: »Der Gast sollte immer bedenken, dass gut ausgebildetes Servivepersonal ihm gern behilflich ist. Die Beseitigung von solchen Pannen, gehört genauso zum Berufsbild wie das Auftragen oder Abräumen.«

Jackett während der Begrüßung immer schließen

Coburg (dpa/gms) – Ein Jackett sollte im Stehen in der Regel geschlossen getragen werden. »Das gilt unbedingt während des Begrüßungs- und Verabschiedungsrituals«, sagt Image-Beraterin Eva Ruppert aus Coburg. Bei dieser Knöpferegel werde heute im Geschäftsalltag bei Männern und Frauen auch kein Unterschied mehr gemacht.
Im Sitzen kann das Jackett dann aufgeknöpft werden. Und auch für einen kurzen Smalltalk im Stehen ist es der Expertin zufolge in Ordnung, wenn ein einreihiges Jackett offen bleibt. Ruppert: »Ein Zweireiher kann dagegen wegen der beiden übereinander liegenden Stoffbahnen nie im Stehen offen getragen werden.«

Turnschuhe zum Anzug sind ein Stilbruch

Coburg (dpa/gms) – Nicht nur in der Freizeit werden zum Anzug heute oft modische Turnschuhe getragen. »Dagegen ist nichts grundsätzlich einzuwenden«, sagt Image-Beraterin Eva Ruppert aus Coburg. »Der Träger sollte sich jedoch bewusst sein, dass er damit einen Stilbruch begeht, mit dem er auffällt und vielleicht sogar provoziert.«
Ein klassischer Anzug kleidet einen Mann nicht nur, er verleiht ihm auch ein Image: Ich bin korrekt, formell, zeitlos und ausgewogen. Turnschuhe, auch edle von einer Nobelmarke, signalisieren das genaue Gegenteil: bequem, robust, trendig und entspannt. Ruppert: »Wer diese beiden Aussagen miteinander kombiniert, will anscheinend bewusst Stilnormen aufbrechen.« Das könne sich ein Mann mit Geschmack und Stilempfinden sicherlich in seiner Freizeit und unter Freunden erlauben. »Im meist traditionell gestimmten Geschäftsleben wäre ich damit aber vorsichtig.«

Zum Geburtstag am besten ein Gespräch

Coburg (dpa/gms) – Es gibt eine klare Rangfolge in der Form, wie Glückwünsche zum Geburtstag überbracht werden sollten. »An erster Stelle steht unter guten Bekannten oder Freunden immer das persönliche Gespräch mit dem Jubilar«, empfiehlt Image-Beraterin Eva Ruppert aus Coburg. Wenn das aufgrund der Entfernung nicht möglich ist, eignet sich ein Telefonat als Alternative. Erst wenn auch ein Anruf nicht zu bewerkstelligen ist, etwa wegen einer Reise oder sonstigen Unerreichbarkeit, würde die Expertin eine Karte mit einem persönlichen Gruß wählen.
Etwas anders verhält es sich im Geschäftsleben. Auch da besitzt der persönlich vorgetragene Gruß besonderen Charme, findet Ruppert. Eine Karte mit einer Widmung ist aber – in formalen Beziehungen – genauso üblich.

gms/dpa fr

(Interview mit Frank Rumpf, dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH, 07.11.2005)
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